Deterrence Beyond the State

Rid, T (2012) “Deterrence Beyond the State. The Israeli Experience” Contemporary Security Policy, April, vol 33,
iss 1,  p. 124-147, DOI:10.1080/13523260.2012.659593

Israel’s experience with deterrence is unique: it is older, more diverse, and more experimental than that of any other state. How did Israel’s strategy of deterrence evolve? How was it adapted to fit the non-state threat? And what is its utility? This article argues that Israel’s experience with deterrence beyond the state can best be understood through the conceptual lenses provided by the other grand deterrence debate, that in the philosophy of law, not international relations. Israel’s use of military force against non-state enemies doesn’t fit the classic concepts of strategy: it is not just one act of force to compel one actor to fulfill one specific political goal at one given time; deterrence consists of a series of acts of force to create — and maintain — general norms of behavior for many political actors over an extended period of time. Using force, consequently, doesn’t represent a principal failure of deterrence but its maintenance through swift, certain, but measured responses. The inquiry concludes by identifying the method’s limitations.

Deterrence is as old as fear. Punishing offenders is a common theme in the Bible. Threatening potential aggressors with costly consequences has been a subject of political philosophy for centuries, especially in the theory of law. Yet in the history of strategy and international relations, deterrence received remarkably little attention before the mid 20th century. None of the masters of strategy of the 19th century has left much worthy of note about the age-old practice of administering threats by military means. Only in the Cold War were deterrence and retaliation explored in theory and elevated to policy. ‘The twentieth century is not the first century in which “retaliation” has been part of our strategy’, observed Thomas Schelling in the 1960s, ‘but it is the first in which we have systematically recognized it.’ […]

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Covered by

Deterrence — The Israeli Experience” (27min) War Studies Podcast, 18 March 2012

[audio:http://warstudies.podomatic.com/enclosure/2012-03-18T10_27_04-07_00.mp3]

Risse im Dschihad

Rid, T. (2011) "Risse im Dschihad" Internationale Politik 66/1 Januar-Februar, p. 10-19.

The article was republished online with a new introduction after Bin Laden’s death on 2 May 2011.

Osama Bin Laden ist tot. Bedeutet das den Sieg im Kampf gegen den Terrorismus, womöglich das Ende der Dschihad-Bewegung? Nein. Der Heilige Krieg wird wohl noch unübersichtlicher. Das könnte seine Eindämmung erschweren.

Osama Bin Ladens Tod ist ein herber Rückschlag für Al-Kaida und die breitere Dschihad-Bewegung, psychologisch wie organisatorisch. Das Timing der amerikanischen verdeckten Operation im pakistanischen Abbottabad ist dabei ein zusätzliches Problem für die Gotteskrieger: Erst die arabischen Frühjahrsrevolten, bei denen Al-Kaida durch Abwesenheit glänzte, und jetzt das Ende ihrer Gallionsfigur. Zudem mussten die extremsten Taliban im pakistanisch-afghanischen Grenzgebiet in den vergangenen Monaten weitere Rückschläge einstecken.

Doch ist Vorsicht geboten. Jetzt könnte die Gefahr wachsen, dass Terroristen, mit dem Rücken zur Wand, verzweifelten Tatendrang entwickeln. Auch könnten sie das revolutionäre Chaos in einigen Ländern ausnutzen, etwa im Jemen. Pakistan bleibt in höchstem Maße instabil. Die Identitätskrise in muslimischen Diaspora-Gemeinden bleibt akut, gerade in den USA. Der globale Dschihad wird sich weiterhin in drei Strömungen aufspalten.

Da sind zum einen lokal agierende islamische Aufständische, die sich aus dem Unmut über den autoritären Führungsstil, die Korruption oder die Zusammenarbeit angeblich „abtrünniger“ arabischer Regime mit „ungläubigen“ äußeren Mächten rekrutieren. Aus Sicht mancher Extremisten ist eine Hinwendung zur Demokratie nur ein anderes Übel. Die zweite Strömung formiert sich aus einem mit organisiertem Verbrechen kombinierten Terrorismus, der vor allem in Afghanistan und Indonesien, aber auch in Europa zu beobachten ist und der sich unter anderem durch Drogenhandel und Erpressung finanziert. Die Mitglieder der dritten Strömung lassen sich schwerer als einheitliche Gruppe definieren. Es handelt sich dabei vornehmlich um junge Muslime, die in der zweiten oder dritten Generation in der Diaspora leben und sich in einem anhaltenden Zustand des Heiligen Krieges wähnen. Deren Motivation zum Kampf speist sich aus ihrer eigenen Unzufriedenheit, die sich auf eine Vielzahl von Gründen zurückführen lässt. Für die Al-Kaida-Führung heißt das zweierlei: Die Legitimität eines radikalen Islamismus nimmt in den Augen des „Mainstream“ der Muslime ab, und die Ränder der militanten Bewegung fransen aus.

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