Mehr Köche als Diplomaten

With Timo Noetzel, Financial Times Deutschland, 5 February 2010, p. 26.

Die Bundesregierung behauptet zwar, mit Militär allein sei Afghanistan nicht zu gewinnen — tatsächlich aber entsendet sie fast nur Soldaten. Fünf Vorschläge für mehr ziviles Engagement.

Erfolg in Afghanistan kann nicht mit militärischen Mitteln allein herbeigeführt werden. Diese Feststellung ist zum parteiübergreifenden Mantra geworden. Doch in der Praxis bleibt die Bundeswehr der entscheidende Akteur. Um dies zu ändern, muss nun vor allem Außenminister Guido Westerwelle Worten Taten folgen lassen.

Nicht gute Absichten sind entscheidend. Die neue Strategie will umgesetzt und implementiert werden – und das kann nur das entsprechende Personal vor Ort leisten. Das heißt: nicht nur Soldaten, sondern auch Diplomaten; nicht nur mehr Truppen, sondern auch Entwicklungshelfer.

Die Bundeswehr hat derzeit eine Mandatsgrenze von 4500 Soldaten. Die Bundesregierung plant, nun bis zu 850 weitere Einsatzkräfte nach Afghanistan zu schicken. Zum Vergleich: Derzeit arbeiten insgesamt drei Mitarbeiter des höheren Dienstes des Auswärtigen Amts im Norden Afghanistans — in den Wiederaufbauteams in Kundus und Faisabad sowie beim Regionalkommandeur Nord in Masar-i-Scharif — sowie noch drei im gehobenen Dienst. Deutschland hat wohl mehr Köche als Diplomaten im Einsatz im Norden Afghanistans.

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Germany’s Options in Afghanistan

Noetzel, T. and T Rid "Germany's Options in Afghanistan" Survival 51/5, October-November, p. 71-90

Germany’s military mission in Afghanistan has become increasingly politicised in the eight years since it was launched. Political and ideological differences between parties and even between ministries are becoming more pronounced, not less. This trend narrows the room for manoeuvre and limits the strategic debate. Greater instability in Kunduz province, at the heart of Germany’s area of regional responsibility in Afghanistan, has two immediate effects: it both increases the need to act decisively and it heightens the risk of political paralysis in Berlin. This article argues that the latter is likely to prevail.

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